Schönberger Freundeskreis Sieraków e.V.
SchönbergerFreundeskreis Sieraków e.V.

30 Jahre Schönberg-Sieraków

Gruppenfoto nach dem offiziellen Festakt in der Schule in Sieraków - 01.10.2016

Anlässlich des 30jährigen Bestehens der Kontakte zwischen den Menschen in Schönberg und Sieraków fanden am 1. und 2. Oktober die offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten in Sieraków statt. Die polnischen Gastgeber hatten ein umfangreiches Programm vorbereitet:

 

Der offizielle Festakt fand in den neu gestalteten Räumen der ‚Skoła Podstawowa‘ statt, die in erster Linie der Volkshochschule für ihre vielfältigen Aktivitäten zur Verfügung stehen. Zu dieser Veranstaltung waren viele langjährige Weggefährten erschienen, um den Erfolg der seit 30 Jahren währenden Deutsch-Polnischen-Partnerschaft zu würdigen. In ihren Reden erinnerte die Vorsitzende des Sierakówer Freundeskreises,  Frau Hania Krzyżańska, der Sierakówer Bürgermeister, Herr Witold Maciołek,  und der Vorsitzende des Schönberger Freundeskreises, Herr Peter Urgien, dessen Rede von seiner Tochter Anna Urgien im fließenden Polnisch vorgetragen wurde, an die vielen Begebenheiten und gemeinsamen Erlebnisse seit dem ersten Treffen im Jahr 1986. Wichtiger noch als der Rückblick auf das bisher Erreichte waren die klaren Bekenntnisse aller drei Redner, auch zukünftig weiter gemeinsam für ein gutes Miteinander von Deutschen und Polen zusammenarbeiten zu wollen. Erklärter Schwerpunkt der gemeinsamen Anstrengungen soll in erster Linie die Intensivierung der Jugendbegegnungen werden, von denen sich alle Beteiligten die besten Chancen erhoffen, den aktuell in vielen Ländern Europas wieder aufkommenden nationalistischen Tendenzen entgegenzuwirken. In diesem Sinne lud Herr Urgien 16 Jugendliche aus Sieraków zu einer Jugendfreizeit im Sommer 2017 nach Schönberg ein.

Im Anschluss an den offiziellen Teil des Festaktes, der mit einer in Schönberg vorbereiteten Multimedia-Präsentation und der Europa-Hymne endete, begaben sich alle Teilnehmer zu der von beiden Freundeskreisen vorbereiteten Fotoausstellung, die noch einmal anschaulich die nun schon 30 Jahre währende Partnerschaft dokumentierte. Bei reichlich Kaffee und Kuchen und vielen anregenden Gesprächen klang die Veranstaltung nach rund zwei Stunden aus.

Auf Einladung des Sierakówer Schützenvereins verbrachte man einen gemeinsamen Nachmittag auf der vor zwei Jahren nördlich der Warthe neu errichteten Schießanlage. Während im Schützenheim typisch polnische Spezialitäten zur Verkostung angeboten wurden, trugen alle Beteiligten auf dem Schießstand einen spannenden Schießwettbewerb aus. Eigens hierfür hatten der Schützenverein und der Sierakówer Bürgermeister jeweils eine, und der Schönberger Freundeskreis zwei Schießscheiben gestiftet, die es nun zu gewinnen galt. Die Wettkampfsieger wurden am Abend auf dem Festball bekannt gegeben.

Der Festball in der Schulmensa begann, wie man es in Polen gewohnt ist, mit einem reichhaltigen „Schweden-Buffet“ voller polnischer Spezialitäten, dass keine Wünsche offen ließ. Viele fleißige Mitarbeiterinnen der Schule hatten sämtliche Speisen in der Mensaküche selbst zubereitet und übernahmen auch während des gesamten Abends den Getränkeservice an den Tischen. 

Anschließend wurde durch den Vorsitzenden des Sierakówer Schützenvereins das langersehnte Ergebnis des nachmittäglichen Schießwettbewerbs bekannt gegeben. Gewinner der gestifteten Schießscheiben waren Hannelore und Reinhold Meyer, Marcel Falkenberg und Bürgermeister Witold Maciołek. Danach wurde dann bis in die Nacht ausgelassen bei bester Laune das Jubiläum gefeiert und das Tanzbein geschwungen.

Mit dem Bus ging es dann am nächsten Morgen Richtung Miedzyrzecz, wo die Besichtigung der Festung im Oder-Warthe-Bogen (sog. Ostwall) auf dem Programm stand. Die Festung ist eine der größten und eindrucksvollsten Anlagen Europas. Die nach dem Ersten Weltkrieg von Deutschland errichteten Bunker sollten der damaligen deutschen Grenze als Verteidigungslinie gegen mögliche östliche Angriffe dienen. Die Anlage wurde nie komplett fertig gestellt, umfasst aber unterirdische Gänge von knapp 35 Kilometern Länge. Unsere Gruppe war eine der letzten, die in diesem Jahr in die 30 Meter unter der Erde liegende Anlage einsteigen durfte, da diese unter Naturschutz steht und in wenigen Tagen der Einzug von etwa 32.000 Fledermäusen beginnen wird, die hier ihre Winterruhe verbringen werden.

Zurück in Sieraków war die letzte gemeinsame Veranstaltung im Rahmen der Festlichkeiten zum 30jährigen Bestehen der Deutsch-Polnischen-Partnerschaft ein Kegelwettbewerb auf der kommunalen Kegelbahn des ehemaligen Bahngeländes. Organisiert von Karol Nowak, der vielen noch als Schlagzeuger des polnischen Jugendblasorchesters bekannt sein dürfte, traten Jung und Alt, Deutsche und Polen in gemischten Mannschaften gegeneinander an und ermittelten in einem spannenden Wettbewerb, lautstark angefeuert von allen Teilnehmen, die Champions. Sibylle Valley rettete mit einem hoch verdienten dritten Platz die Ehre der deutschen Gäste; die ersten beiden Plätze waren den Gastgebern jedoch nicht streitig zu machen, die in einer anderen Liga kegelten.

Unseren polnischen Freunden in Sieraków sei an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für die Ausrichtung der Jubiläumsfeierlichkeiten gedankt; wir haben eine wunderschöne Zeit zusammen verbracht und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Rede des 1. Vorsitzenden während des Festaktes

25 Jahre Deutsch-Polnischer-Nachbarschaftsvertrag

30 Jahre Schönberg - Sieraków

Jubiläumsfeier Sieraków – 1. Oktober 2016

 

 

Liebe Freunde,

 

25 Jahre nach Abschluss des Nachbarschaftsvertrags zwischen Deutschland und Polen haben sich beide Länder stark angenähert. Viele der Vorurteile über das jeweils andere Land sind heute weniger ausgeprägt als früher. Und doch ist die Feierlaune im Jubiläumsjahr getrübt:

 

Eine neue europa-skeptische polnische Regierung, eine deutsche Kanzlerin, die hunderttausende Flüchtlinge ins Land lässt, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union – wir erleben gerade unruhige Zeiten in unserem gemeinsamen Haus Europa!

 

Vor 25 Jahren unterschrieben Deutschland und Polen einen Vertrag, der die Beziehungen auf ein neues Fundament stellte. "Im Geiste guter Nachbarschaft und Freundschaft" sollten sich diese Beziehungen entwickeln.  Vieles – wenn auch noch nicht alles – hat sich seit dem, das haben wir miterleben dürfen, zum Positiven gewendet. Also ist alles nur ein Problem der großen Politik – und die Menschen kommen immer besser miteinander aus?

 

Spätestens mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union im Mai 2004 haben Umfragen gezeigt, dass Deutsche immer weniger dagegen haben, wenn ihr Kind eine Polin oder Polen heiratet – und umgekehrt. Witze über die jeweils andere Nation, die nur Klischees bedienen, hört man immer weniger. Millionen von Polen und Deutschen sind sich inzwischen begegnet – über die unzähligen Städtepartnerschaften und über das Deutsch-Polnische-Jugendwerk. Deshalb sprechen wir Deutschen auch gerne von „den besten deutsch-polnischen Beziehungen, die wir je hatten“.

 

Polnische Tage in Schönberg, Deutsche Tage in Sieraków, gegenseitige Besuche von Orchestern und Musikgruppen, Schüleraustausche, Jugendfreizeiten, Weihnachtsmärkte und darüber hinaus vielfältige private Kontakte; das war und ist unser gemeinsamer Beitrag zu den gut nachbarschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen. Und das nicht erst seit 25, sondern nun bereits seit 30 Jahren.

 

Gemeinsam haben wir etwas erreicht, was der aus Polen stammende Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek während seiner Amtszeit einmal so formulierte: „Es gibt nicht mehr uns und euch. Wir können überzeugt sagen: Es ist unser gemeinsames Europa!“

Peter Urgien
Anna Urgien

Heute, nur wenige Jahre später, müssen wir uns gemeinsam überlegen was wir tun können, damit nationalistisch eingestellte Politiker, die Deutsche und Polen gegeneinander ausspielen wollen, keine Chance bekommen. Wie dem zu begegnen ist, darüber kann man unterschiedlicher Auffassung sein. In Schönberg haben wir in den letzten Monaten eine Meinungsverschiedenheit darüber gehabt, wie unsere zukünftige gemeinsame Arbeit aussehen soll: Ob der karitative oder der völkerverständigende Aspekt im Vordergrund stehen wird.

 

Mit großer Mehrheit hat die Mitgliederversammlung unseres Fördervereins einen neuen Vorstand gewählt, dem ich erneut als Vorsitzender vorstehen darf, der zukünftig sein Hauptaugenmerk auf die Begegnung von Kindern und Jugendlichen aus Schönberg und Sieraków richten sowie vielfältige Veranstaltungen zu deutsch-polnischen Themen anbieten möchte. Wir freuen uns sehr darauf, diese Dinge zusammen mit unseren Freunden in Sieraków weiter zu entwickeln. Denn Zusammenarbeit schafft Verständnis, und Verständnis ist eine unerlässliche Voraussetzung für gute Nachbarschaft und Freundschaft.

 

Abschließend gilt mein Dank allen in Sieraków, die an den Vorbereitungen der Jubiläumsfeierlichkeiten beteiligt waren. Ich wünsche uns allen ein gutes Gelingen der Veranstaltungen, schöne Erinnerungen an das gemeinsam Erlebte und viele anregende Gespräche sowie neue Impulse für die zukünftige gemeinsame Zeit. 

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Deutsch-Polnische Jugendbegegnung - Mitgliederversammlung des Schönberger Freundeskreises Sieraków e.V.

Protokkoll der Mitgliederversammlung 2017

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Deutsch-Polnische Jugendfreizeit

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Mein Polen - meine Polen. Zugänge & Sichtweisen

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Welche Klischees und Vorurteile hegen Polen und Deutsche? SZ-Korrespondent Thomas Urban hat einen Blick in die Medien gewagt.

Was wissen wir über das heutige Leben in Polen? Was bewegt Jan Kowalski, den polnischen Otto Normalverbraucher? Wie sieht die Medienlandschaft in Polen aus? Und welche Folgen hat die Finanz- und Wirtschaftskrise für das Land? Welche Bedeutung kommt dem Jahr 89 für die Kultur in Polen zu? Fragen, auf die es hier Antworten gibt!

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Er gilt als einer der größten Regisseure in der Geschichte des polnischen Kinos, schon seine ersten Filme wurden als Meisterwerke gefeiert. Nun ist Regisseur Andrzeg Wajda im Alter von 90 Jahren gestorben.

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Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen-Gesellschaft haben die anwesenden Mitgliedsgesellschaften und Einzelmitglieder die Resolution "Gute Nachbarschaft für ein einiges und starkes Europa" verabschiedet.

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